Diablo III - Reaper of Souls: Grundlagen

Reaper of Souls

Wenn man schon länger Diablo spielt, dann gehen einem einige Dinge derart ins Blut über, dass man sie als selbstverständlich ansieht. Für Anfänger gilt das aber wohl nicht. In diesem Guide versuche ich, die Grundlagen zu Diablo zu erläutern, die für ein erfolgreiches Spielen nützlich sind.

Die Dinge aus dem offiziellen Spielguide auf der Blizzard-Webseite sollten aber schon bekannt sein.

Spiel vorbereiten

Einige Standardeinstellungen von Diablo sind nicht wirklich nützlich. Diese sollten schon vor dem ersten Spiel geändert werden.

Der Wahlmodus

In Diablo III kann jede Klasse im Kampf sechs aktive Fertigkeiten und vier passive Fertigkeiten nutzen. Die aktiven Fertigkeiten sind in sechs Kategorien eingeteilt. In der Standardeinstellung kann immer nur eine Fertigkeit aus jeder Kategorie ausgewählt werden. Das ist eine recht starke Einschränkung.

Ziemlich versteckt in den Optionen gibt es den sogenannten Wahlmodus, der es erlaubt, die Fertigkeiten frei zu wählen. Damit kannst du als Dämonenjäger z.B. mehr als nur eine Fertigkeit aus der Kategorie "Jagd" nutzen, was mit Salto und Gefährte auch sehr viele Spieler tun.

Wahlmodus

Tastenbelegung

Auch bei der Tastenbelegung nehmen viele erfahrenere Spieler einige Änderungen vor. Wie du was im Detail änderst, bleibt dir selbst überlassen.

Ich persönlich empfinde die Funktion "Stillstand erzwingen" für den Dämonenjäger sehr wichtig. Drückt man diese Taste, dann wird bei einem Linksklick immer der Angriff ausgeführt, auch wenn grade kein Gegner anvisiert ist. Da wir oft schießen, wird dann dennoch oft ein Monster getroffen. Standardmäßig liegt das auf der "Shift"-Taste, was ich nicht besonders angenehm finde.

Meine Tastenbelegung sieht so aus:

  • Fertigkeiten 1-4 auch auf Q-W-E-R
  • Heiltrank auf T (Stadtportal muss man dann auch noch umlegen!)
  • Stillstand auf Leertaste

Damit liegt die linke Hand locker auf der Tastatur, und alle wichtigen Funktionen sind stets bereit. Einige Spieler legen mehr Wert auf "Bewegung erzwingen", um auch sich per Linksklick auch dann zu bewegen, wenn man einen Gegner anklickt. Solche Fluchtbewegungen erledige ich aber eher per Salto, und danach hat man fast immer irgendwo eine freie Stelle zum Klicken fürs Weiterlaufen.

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Der erste Held

Der erste Schritt in Diablo III ist, einen Helden auszuwählen, mit dem du gegen die Horden der Hölle antreten willst.

Da die Klasse im Kontext dieser Seite feststeht, bleiben nur die Fragen, ob du gerne Hardcore spielst, und ob du in die Season einsteigen willst.

Wenn du neu anfängst, solltest du auf jeden Fall einen Saisonalen Helden erstellen, also "Season" spielen. Nur wenn du einige Freunde hast, die nicht Season spielen, und mit denen du gerne zusammenspielst, solltest du einen "normalen" Helden erstellen. Der Grund ist einfach - du startest ohnehin bei Null, somit hast du in der Season erstmal keinen Nachteil durch nicht vorhandene Paragonstufen. Aber du kannst in der Season einige Gegenstände finden, die im normalen Spiel fürs Erste nicht zu finden sind.

Neuer Held

Ob Hardcore oder nicht bleibt die überlassen. Im Hardcoremodus musst du besser auf deinen Helden aufpassen. Denn wenn du im Spiel stirbst, ist der Held verloren. Das ist schon der einzige Unterschied. Hardcore-Spieler sind nicht per Definition "besser", auch wenn das einige gerne behaupten.

Ob männlich oder weiblich hat auf das eigentliche Spiel keinen Einfluss. Männliche Helden sind nicht stärker, und weibliche nicht agiler. Auch die hohen Absätze an den Stiefeln der Dämonenjägerin sind im Kampf nicht hinderlich.

Mir gefällt die Dämonenjägerin deutlich besser als die männliche Variante. Das liegt nicht nur an der sehr passenden deutschen Stimme (Petra Barthel, u.a. Synchronstimme von Uma Thurman). Sondern auch an der Hintergrundgeschichte, und vor allem natürlich an diesem hervorragenden Trailer (auch auf der Blizzard-Seite):

Einige in diesem Trailer gezeigten Fertigkeiten gibt es in dieser Form allerdings nicht mehr.

Wer statt dem etwas holprigen "...sind sie die Beute" lieber das eleganter klingende englische "They are the prey" hört: Hier auf englisch.

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Spieleinstellungen

Diablo III Reaper of Souls bietet einige Spieleinstellungen, die einen am Anfang eventuell etwas erschlagen. Aber eigentlich ist das ganz einfach.

Spielmodus

Kampagne vs. Abenteuermodus

Generell gibt es zwei Spielmodi - die Kampagne und den Abenteuermodus.

Wenn du Diablo III Reaper of Souls ganz neu hast, musst du zuerst die Kampagne durchspielen. Du wirst dich dann in fünf Akten gegen immer stärker werdende Gegner behaupten müssen. Von den langsamen Zombies in Akt 1 bis hin zu gefährlichen Verderbten Engeln und Geflügelten Meuchelmördern in Akt 4 und 5. In jedem Akt gibt es einige Zwischenbosse und einen Endgegner. Diese Kämpfe musst du ohne zu sterben bestehen. Stirbst du, beginnt der Kampf von vorne (in Hardcore natürlich nicht).

Wenn du die Kampagne einmal durchgespielt hast, ist der Abenteuermodus freigeschaltet. Diesen solltest du dann auch nutzen, denn nur dort stehen alle Spielinhalte zur Verfügung. Im Abenteuermodus kannst du dich frei über alle Akte hinweg teleportieren, alle Gebiete von Monstern säubern und alle Bosse erneut töten. Außerdem gibt es hier die normalen Nephalemportale und die Großen Nephalemportale, die für viele Spieler das "Endgame" darstellen.

Optionen

Der mittlere Teil des Einstellungsfensters ist nur in der Kampagne interessant. Hier wird die Quest ausgewählt, die du spielen willst. Seit es den Abenteuermodus gibt, hat diese Funktion mehr oder weniger keine Bedeutung mehr. Nur früher hat man hier regelmäßig die Quest geändert, um z.B. mehrfach hintereinander einige Bosse zu killen. Beim ersten Durchspielen braucht man das eigentlich nicht, und danach spielt man nur im Abenteuermodus.

Schwierigkeit

Auf dem Weg von 1 nach 70 ist die Stufe Schwer meiner Meinung nach eine sehr gute Wahl für Einsteiger. Normal ist eher zu leicht, und Profi oder Meister können schonmal haarig werden, wenn man noch nicht so erfahren ist.

Wenn du 70 bist, solltest du so schnell wie möglich auf Stufe Qual wechseln. Denn nur auf Qual 1-10 findest du im Kampf gegen Monster die begehrten Set-Gegenstände von Natalya, Unheilige Essenz und Marodeur.

Ein guter Indikator für die richtige Schwierigkeit sind auf Level 70 im Abenteuermodus die verfluchten Truhen. Wenn du 100 Gegner und mehr in der Zeit schaffst, bist du richtig. (Ausnahme: Die Truhe auf dem Turm in den Schlachtfeldern in Akt 3. Da habe ich noch nie 100 Gegner auf einer angemessenen Stufe geschafft.) Auch die Zeit für ein normales Nephalemrift ist eine Möglichkeit zur Einschätzung. Wenn du hier in ca. 10 Minuten bis zum Boss kommst und ihn tötest, spielst du im grünen Bereich. Bei 5 Minuten und weniger bist du zu stark, bei 15 Minuten und mehr zu schwach.

Mehrspieler

Kannst du auf dem Weg von 1-70 komplett vergessen - du wirst mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine Mitspieler finden. Und auch hinterher sind öffentliche Spiele für Einsteiger nicht zu empfehlen. Der Umgangston ist oft unter aller Sau, und ohne gute Ausrüstung wird man von den anderen oft aus dem Spiel geworfen.

Wenn du nicht alleine spielen willst, dann such dir lieber einen Clan oder eine Community und frage dort nach Mitspielern.

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Tipps für den Anfang

Einige nützliche Hinweise für einen erfolgreichen Start in Diablo III.

Zuerst allgemein vorweg: Auf dem Weg zu Level 70, und auch eine ganze Zeitlang danach, funktionieren viele Builds noch nicht. Besonders die, die auf gängigen Seiten besonders hoch bewertet werden. Dafür werden sehr oft spezielle Gegenstände benötigt, die man am Anfang einfach noch nicht hat. Daher

  • Orientiere dich am Anfang nicht an den Top-Spielern in den Bestenlisten oder an Guides, die dir klare Anweisungen geben, was zu tun ist.

Jenachdem was du zu Beginn für legendäre Gegenstände findest, können auch sehr exotische Spielvarianten erstmal am stärksten sein. Einen Einstieg zum Spiel mit dem Dämonenjäger auf kleinen Stufen findest du in diesem Einsteiger-Guide

Ansonsten experimentiere mit den Fertigkeiten etwas herum und teste aus, womit du gut klar kommst.

Der Schmied

Nach den ersten Quests bekommst du einen wertvollen Helfer in der Stadt - den Schmied Haedrig. Diesen solltest du nach und nach Ausrüsten, damit er dir neue Gegenstände schmieden kann, die dich im Kampf unterstützen.

Der Schmied

Das teure beim Schmieden von Gegenständen sind die benötigten Handwerksmaterialien, nicht das Gold. Auch die Kosten für das Ausbilden des Schmiedes sind nicht zu hoch. Daher:

  • Im Spiel gefundene Gegenstände, die nicht benötigt werden, werden nicht bei Händlern gegen Gold verkauft, sondern beim Schmied zerlegt.

Auf dem Weg von 1-70 verlieren Gegenstände teilweise sehr schnell an Mächtigkeit. Eine Waffe, die auf Level 30 die Gegner reihenweise niedermetzelt, kann auf Level 40 schon wertloses Kinderspielzeug sein. Daher:

  • Beim Schmieden von neuen Gegenständen nicht alle Materialien auf den Kopf hauen, sondern lieber etwas in Reserve behalten. Priorität hat dabei die Waffe, die regelmäßig erneuert werden sollte.

Andere Ausrüstungsteile wie Brustrüstung, Stiefel oder Handschuhe solltest du beim Schmied nur dann holen, wenn du über mehrere Level noch nichts brauchbares gefunden hast und das Level des Gegenstandes 10 oder sogar mehr Level unter dem aktuellen Level deines Helden liegt.

Ab Level 70 verliert der Schmied an Bedeutung, bzw. wird er dann fast nur noch zum Zerlegen gefundener Gegenstände gebraucht, um mehr Materialien zu bekommen, die dann für andere Zwecke gebraucht werden.

Der Juwelier

Im Verlauf von Akt 2 kommt ein weiterer Helfer dazu - der Juwelier Shen. Primäre Aufgabe von ihm ist, gefundene Edelsteine zu höherwertigeren zu verschmelzen.

Shen

Auf dem Weg zu Level 70 ist besonders ein Rubin in der Waffe extrem mächtig. Daher:

  • Beim Schmied nach Möglichkeit eine Waffe mit Sockel schmieden. Dafür kann man auch schonmal seine Materialreserven aufbrauchen.

Mit Patch 2.3 wurden die kleinen Edelsteinstufen gründlich entrümpelt, wodurch auch diese Stufen recht mächtig wurden. Auf den kleinen Stufen gibt jede neue Stufe einen recht deutlichen Schub, besonders beim Rubin in der Waffe. Daher:

  • Wenn du eine Zerbrochene Krone findest, dann nutze sie und pack in den Sockel erstmal einen Rubin. Dadurch kannst du später deine Waffe schneller mit mächtigeren Rubinen ausstatten.

Aber Vorsicht:

  • Ab Level 70 hat ein Rubin in der Waffe nichts mehr verloren. Dann kommt da ein Smaragd rein!

Falls du auf Level 61 immer noch eine brauchbare Zerbrochene Krone trägst, dann tausche den Stein in der Krone aus durch einen Smaragd. Denn grüne Steine brauchst du ab jetzt mehr.

Wenn du neue Ausrüstungsteile findest, dann möchtest du vermutlich bereits gesockelte Edelsteine auch in dem neuen Gegenstand nutzen. Shen kann Edelstein aus Gegenständen entsockeln, was aber recht teuer ist (zumindest am Anfang). Daher:

  • Mit Edelsteinen versetzte Gegenstände, die nicht mehr benötigt werden, werden nicht bei Shen entsockelt, sondern einfach beim Schmied zerlegt. Die gesockelten Edelsteine landen dann auch im Inventar.

Die Mystikerin

Sie erscheint zwar in Patch 2.3 bereits in Akt 1, aber eigentlich befreit man Myriam erst in Akt 5. Am Anfang kann man sie mehr oder weniger ignorieren, aber in dem Maße, wie der Schmied mit steigendem Level an Bedeutung für die Ausrüstung verliert, so gewinnt Myriam mehr und mehr an Bedeutung hinzu.

Myriam

Die Kosten für das Verzaubern von Gegenständen kannst du dir in der Phase von 1-70 in aller Regel sparen. Erst danach besucht man sie regelmäßig, um gefundene Gegenstände zu optimieren - und kann bei ihr dann ein kleines Vermögen lassen.

Kanais Würfel

Der letzte "Handwerker" ist Zoltun Kull bzw. Kanais Würfel. Ein sehr mächtiges Item, mit dem man einerseits im Kampf Zugriff auf drei weitere legendäre Effekte bekommt, andererseits lassen sich auch seltene (d.h. gelbe) Gegenstände in legendäre umwandeln.

Mehr dazu in einem seperatem Guide: Kanais Würfel

Kanais Würfel

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Was spielt man denn nun?

Auch wenn es blöd klingt: "Man" spielt so, wie "man" gerne spielt. Diablo III ist nicht wirklich ein Spiel mit Wettbewerb - der Fokus liegt auf dem eigenen, persönlichen Fortschritt. Daran ändern auch die Bestenlisten nichts. Oder die Streamer, die nach hunderten erfolglosen Versuchen (die natürlich in der Regel nicht gezeigt werden) eine neue Bestleistung in Großen Nephalemportalen erreicht haben. Auch nicht die selbsternannten Pro-Gamer, die was von Speedgrifts faseln und meinen, alles unter 2:40 in einem großen Nephalemportal auf Stufe XY wäre schlecht. Oder irgendwelche Guide-Verfasser (diese hier eingeschlossen!), die dir erklären, was man für Items und Fertigkeiten nutzen muss.

Daher solltest du so spielen, wie es dir Spaß macht.

im Kampf

Um dennoch ein paar Hinweise zu geben:

Weiterer Held auf 70 - Abenteuer oder nochmal Kampagne?

Wenn der Abenteuermodus freigeschaltet ist, dann starten die allermeisten mit einem neuen Helden auch direkt im Abenteuermodus. Das geht in der Regel schneller als die Kampagne. Allerdings kann der Weg auf 70 dann auch mal langweilig werden, weil man dazu verleitet wird, immer und immer wieder einfache Kopfgelder oder ein Rift nach dem anderen zu spielen.

Ich mache es in der Regel so:

  • Der erste Held in einer neuen Season spielt die Kampagne einmal durch. Die letzten Level auf 70 werden im Abenteuermodus erspielt.
  • Weitere Helden in der Season werden im Abenteuermodus gelevelt. Dann in der Regel schon mit ordentlich Paragonpunkten und ggf. stufenreduzierten Waffen.

Solo oder Multiplayer? Selber kämpfen oder "sich ziehen lassen"?

Ob du in der Gruppe oder lieber alleine kämpfst, musst du selbst wissen. Was du als Einsteiger aber nicht tun solltest ist, dich von einem starken Helden "ziehen zu lassen". Zwar bist du dann in weniger als einer Stunde auf Level 70, stehst dann aber wie der Ochs vorm Berg und bist nicht küger als zuvor.

Wenn du in der Gruppe spielen willst, dann lieber mit anderen, die auch gerade angefangen haben.

Zum Hochspielen eines weiteren Helden, um z.B. auch eine andere Klasse etwas zu spielen, für die du mit deinem eigentlichen Helden ein paar interessante Gegenstände gefunden hast, kannst du dich aber auch durchaus ziehen lassen. 

Nach Level 70 - Kopfgelder, Nephalemportale oder Große Nephalemportale?

In Patch 2.4 zeichnet sich folgendes Bild dafür ab:

  • Kopfgelder: Sammeln legendärer Materialien für den Würfel
  • Nephalemportale: Sammeln von legendären Gegenständen und Atem des Todes
  • Große Nephalemportale: Sammeln von Paragonleveln, legendären Gegenständen, und Aufwerten legendärer Edelsteine

Alle drei Aspekte des Abenteuermodus haben dabei ihren Nutzen. Am Anfang wird man vermutlich erst einige Kopfgelder spielen, dann Nephalemportale und am Ende verstärkt Große Portale.

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